Bürgerbeteiligung: Stadt Steinheim an der Murr

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Bürgerbeteiligung in Steinheim

Um die Bürgerinnen und Bürger verstärkt in den Stadtentwicklungsprozess einzubeziehen, organisiert die Verwaltung regelmäßig Beteiligungsformate, bei denen die Bürgerschaft die Möglichkeit hat, sich aktiv einzubringen, Fragen zu stellen sowie konkrete Hinweise und Anregungen zur Stadtentwicklung zu geben.

Förderung durch das Programm "Quartiersimpulse"
Dank einer erfolgreichen Beantragung von Landesfördergeldern über die Allianz für Beteiligung e.V. konnte hierfür ein Förderprojekt ins Leben gerufen und ein Beteiligungsraum eingerichtet werden, der als Plattform für Bürgerbeteiligung und Vernetzung genutzt werden kann. Das Projekt erhält Fördermittel aus dem Programm „Quartiersimpulse“, das von der Allianz für Beteiligung und vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg koordiniert wird und über Landesmittel finanziert wird, die der Landtag beschlossen hat. Mit rund 85.000 € Förderung, die etwa 45 % der Gesamtkosten abdecken, werden der barrierefreie Umbau, Personal- und Sachkosten sowie Beratung finanziert.

Spende aus dem DRK-Projekt Steinheimer Lädle
Für das Projekt erhielt die Stadt Steinheim außerdem eine Spende von 20.000 € aus den Einnahmen des Steinheimer Lädle, das der DRK-Ortsverband betreibt.

Über aktuelle Beteiligungsformate werden Sie hier auf der Website, in crossiety oder in den Steinheimer Nachrichten informiert.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Mehr Raum für Beteiligung

Die Stadt Steinheim setzt auf Bürgernähe und innovative Beteiligungsformate: Mit dem „Mitmach-Laden“, einem öffentlichen Beteiligungsraum im Nebenraum des Unverpacktladens „Steppi URverpackt“, wurde ein zentraler Ort geschaffen, an dem Bürger:innen ihre Ideen und Anliegen zur Stadtentwicklung einbringen können. Dieses Projekt soll die Bürgerbeteiligung, die soziale Vernetzung von Jung und Alt in Steinheim stärken. 

„Wir wollen den Stadtentwicklungsprozess transparenter und generationengerechter gestalten. Der Mitmach-Laden soll allen Bürger:innen Steinheims eine unkomplizierte Möglichkeit bieten, sich aktiv einzubringen und gemeinsam die Zukunft unserer Stadt zu gestalten“, betont Bürgermeister Thomas Winterhalter.


Ein innovativer Raum für Beteiligung und Gemeinschaft

Der „Mitmach-Laden“ wird durch das Bürgernetzwerk Steinheim e.V. und die Betreiber:innen des Unverpacktladens unterstützt. In dem barrierefrei gestalteten Raum werden unterschiedliche Beteiligungsformate und Veranstaltungen angeboten sowie Informationen zu städtischen Projekten bereitgestellt. Auch außerhalb von speziellen Veranstaltungen können sich Interessierte während der Öffnungszeiten des Unverpacktladens in dem Raum informieren und eigene Anregungen zum Beispiel auf Pinnwänden hinterlassen. 

Bürgerbeteiligung zur Friedhofsentwicklung

Mit einem Rundgang über den Friedhof in Steinheim begann der erste Bürgerbeteiligungsabend am 20. Februar 2025, und das Interesse war groß. Über 30 Bürgerinnen und Bürger nahmen teil, um sich aktiv mit der künftigen Entwicklung unserer Friedhöfe auseinanderzusetzen. Nach dem Rundgang begaben sich die Teilnehmenden in den neuen Beteiligungsraum in der Kleinbottwarer Straße 19, wo in offener und konstruktiver Atmosphäre gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Verwaltung und dem Büro Roosplan verschiedene Fragen diskutiert wurden:

  • Wie können unsere Friedhöfe zukünftig gestaltet werden?
  • Welche Bedürfnisse haben die Bürgerinnen und Bürger?
  • Welche Grabarten sind gewünscht?
  • Wie können Friedhöfe zu Orten der Erinnerung und Begegnung weiterentwickelt werden?
     

Unter anderem wurden folgende Hinweise gegeben:
 

Allgemein

  • Empfehlung zu langfristiger und vorausschauender Planung
  • Wunsch nach Anlagen mit zentralem Gedenkmonument (z. B. Buch mit Namen)
  • Weitere Ideen: Klagemauer, Gedenkstätte für Angehörige, die in anderen Stadtteilen begraben sind
  • Überarbeitung der Friedhofssatzung zur Ermöglichung moderner Grabformen
  • Pflege verlassener Gräber durch Freiwillige wurde angeregt
  • Wunsch nach Friedwald-ähnlichem Konzept und naturnaher Gestaltung

Infrastruktur und Ausstattung

  • Verbesserungsbedarf besteht bei den Wasserstellen
  • Mehr Bänke, breitere Wege, bessere Begehbarkeit und mehr Bäume sind gewünscht.
  • Friedhof soll auch Aufenthalts- und Erholungsort sein (z. B. Spielgeräte bei Kindergräbern).
  • Gestaltung mit geschwungenen Formen wird begrüßt.
  • Kritik an illegaler Müllentsorgung und Wunsch nach mehr Parkplätzen.
     

Urnenwahlgräber und Kindergräber

  • Hohe Nachfrage nach Urnenwahlgräbern und -stelen.
  • Aufwertung des Bereichs für Kinder- und Sternenkindergräber gefordert.
  • Flexible Gestaltungsmöglichkeiten für Erdgräber angeregt.
  • Runde Abdeckplatten für Urnenröhren werden bevorzugt
  • Starkes Interesse an ökologischen Optionen wie biologisch abbaubaren Urnen
     

Friedhofskultur und Zukunft

  • Friedhof soll als ruhiger, naturnaher Ort der Begegnung und des Erinnerns gestärkt werden.
  • Überarbeitung der Friedhofssatzung notwendig, um neuen Bedürfnissen gerecht zu werden.
  

Die Verwaltung nahm solche Hinweise auf und erklärte, weshalb nicht alle Probleme auf dem Steinheimer Friedhof schnell gelöst werden können. „Bei der Friedhofsgestaltung ist es wie bei der Stadtentwicklung“, stellte Bürgermeister Thomas Winterhalter fest. „Es braucht eine sehr langfristige Planung und einen roten Faden, den wir leider bislang auf dem Steinheimer Friedhof nicht hatten.“ Flächen, auf denen sich Gräber mit langen und verlängerbaren Nutzungszeiten befinden, könnten zum Beispiel nicht kurzfristig neu überplant werden.

Informationen zum Stand der aktuellen Planung
Aktuell ist die Erweiterung der Urnenstelen und der Urnenröhren auf dem Steinheimer Friedhof geplant, da diese Grabarten immer mehr nachgefragt werden. Weil die Umsetzung der Planung noch einige Monate in Anspruch nehmen wird, stehen diese Grabarten in diesem Zeitraum nur auf den Friedhöfen in Höpfigheim und Kleinbottwar zur Verfügung, was auch von Teilnehmenden kritisiert wurde. Die Verwaltung räumte ein, dass mit der wachsenden Nachfrage, die in den letzten Monaten stark zugenommen hatte, nicht in diesem Umfang gerechnet wurde. Die Weiterentwicklung dieser Urnenplätze wird nun aber so schnell wie möglich umgesetzt und auch langfristig in den Blick genommen.

Langfristige Weiterentwicklung
Neben der Erweiterung der oben genannten Urnengräber soll auch eine freie Fläche im südlichen Bereich des Friedhofs neugestaltet werden. Die Planer zeigten hierfür Gestaltungsbeispiele, die die Teilnehmenden bewerten und priorisieren konnten. Der Austausch über die Weiterentwicklung der Steinheimer Friedhöfe hat gezeigt, wie wichtig dieses Thema für viele ist und wie wertvoll der direkte Dialog für die Stadtentwicklung sein kann. 

  

Umfrage zum Thema „Gut älter werden in Steinheim“

Ende 2024 hatte die Stadt Steinheim zur Umfrage „Gut älter werden in Steinheim“ eingeladen – veröffentlicht in den Steinheimer Nachrichten, verteilt beim Senior:innennachmittag und online auf der städtischen Website.

140 Personen nahmen teil und gaben wertvolle Rückmeldungen zu:

  • Mobilität & Barrierefreiheit
  • Pflege & Gesundheit
  • Wohnen im Alter
  • Freizeit & Engagement

Ergebnisse & Austausch im Beteiligungsraum

Im Februar 2025 wurden die Ergebnisse der Umfrage im neuen Beteiligungsraum der Stadt vorgestellt.
Tatjana Bremer, Koordinatorin für Bürgerbeteiligung, präsentierte die Auswertung.

Nach einer Kaffeepause mit regen Gesprächen arbeiteten die rund 20 Teilnehmenden in moderierten Gruppen an:

  • weiteren Ideen
  • konkreten Vorschlägen
  • Themen mit besonderem Handlungsbedarf

Die an Pinnwänden gesammelten Anregungen und Vorschläge wurden in die Auswertung der Umfrage mitaufgenommen. Insbesondere die Schaffung von mehr Begegnungsmöglichkeiten für ältere Menschen und die Förderung von ehrenamtlichem Engagement werden von der Stadtverwaltung künftig konkret weiterverfolgt, da hier ein besonderer Handlungsbedarf bzw. deutliches Potenzial gesehen wird. Das haben nicht nur die Ergebnisse der Umfrage, sondern auch der Austausch bei der Veranstaltung im Beteiligungsraum gezeigt. Der Raum soll auch künftig bei der Weiterentwicklung dieser Themen genutzt werden. Die Stadtverwaltung freut sich, dass das Interesse an den bislang stattgefundenen Formaten groß war. In der Umfrage gaben auch 67 % der Befragten an, dass sie gerne an Veranstaltungen teilnehmen würden, die eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Stadtentwicklung bieten.
Mehr zur Umfrage "Gut älter werden in Steinheim" lesen Sie hier

Beteiligung der Gewerbetreibenden zur Tiefbau-Maßnahme in der Marktstraße

Die Stadt plant umfangreiche Tiefbauarbeiten in der Badtorstraße und der Marktstraße, um das Kanalsystem zu modernisieren und die Überflutungsgefahr im Stadtzentrum zu reduzieren. Diese Maßnahme ist dringend erforderlich, da die Badtorstraße einen Tiefpunkt bildet, an dem sich bei Starkregen erhebliche Wassermengen sammeln können. Ein solches Ereignis, das statistisch alle 30 Jahre auftritt, würde den Marktplatz sowie das alte und neue Rathaus und die umliegenden Gebäude gefährden. 

Erneuerung der Infrastruktur
Im Zuge der Kanalarbeiten werden zudem die Trinkwasser- und Gasleitungen erneuert. Aufgrund der notwendigen Baumaßnahmen ist eine abschnittsweise Vollsperrung der Badtorstraße und der Marktstraße unumgänglich. Diese wird mehrere Wochen, teilweise Monate, andauern und bringt insbesondere für die ansässigen Gewerbetreibenden und für die Anwohner:innen Einschränkungen mit sich.

Frühzeitige Information und gemeinsame Lösungssuche
Um die Betroffenen rechtzeitig über den aktuellen Planungsstand zu informieren und gemeinsam Möglichkeiten zur Minimierung der Beeinträchtigungen zu erarbeiten, hat die Stadt die Gewerbetreibenden zu einem Informationsabend mit interaktivem Austausch eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die geplanten Eckdaten vorgestellt, die derzeit noch in Abstimmung mit dem Landratsamt sind. 

Austausch von Fragen, Ideen und Lösungen
Nach der Präsentation der Bauabschnitte und der geplanten Umleitungen hatten die anwesenden Gewerbetreibenden die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen und Ideen zur Reduzierung der Beeinträchtigungen einzubringen. Gemeinsam wurden Möglichkeiten diskutiert, um die Auswirkungen der Baumaßnahmen für die direkt betroffenen Gewerbetreibenden so gering wie möglich zu halten oder durch gezielte Maßnahmen zu kompensieren.

Vorschläge der Teilnehmenden
QR-Code an den Bauzäunen:
Der BdS schlägt vor, QR-Codes an den Bauzäunen anzubringen, die umfassende Informationen zur Erreichbarkeit der Innenstadt bieten oder auf Aktionen hinzuweisen.

Frühe Information an die Kunden und Lieferanten: Gleich mehrfach wird betont, dass es von großer Bedeutung sei, dass alle Gewerbetreibenden ihre Kunden rechtzeitig informieren. Dies könne per Mail, auf Social Media, im Amtsblatt oder über Flyer geschehen.

Große Hinweisschilder: Die Gewerbetreibenden schlagen vor, an den Knotenpunkten der großräumigen Umleitungen gut sichtbare Hinweisschilder anzubringen, die auf die Erreichbarkeit der Innenstadt hinweisen. Zudem sollte die Bekanntmachung der innerörtlichen Umleitungen verstärkt werden, um die Orientierung der Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Für eine klare und effektive Beschilderung wird vorgeschlagen, idealerweise mit Symbolen (Kirche, Zahnarzt, Bäcker, etc…) zu arbeiten, um die schnelle Verständlichkeit und Orientierung auch unabhängig von Sprachkenntnissen zu verbessern.

Weitere Veranstaltungen zur Information der Landwirte und der betroffenen Anwohner:innen werden aktuell vorbereitet.

Barrierefreiheit gemeinsam gestalten

Stadtspaziergang mit Bürgermeister Thomas Winterhalter – 26. März 2025

Wie fühlt sich die Stadt im Rollstuhl an? Beim „Barrierefreien Stadtspaziergang“ der Stadtverwaltung Steinheim erlebten Bürger:innen, Verwaltung und Politik einen Perspektivwechsel: Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Winterhalter, Mitarbeitenden der Stadt sowie Mitgliedern des Gemeinderats wurden Hindernisse im öffentlichen Raum aufgezeigt, diskutiert – und neue Lösungen angestoßen.

Perspektivwechsel vor Ort

  • Stadträtin Petra Schubert, selbst Rollstuhlnutzerin, stellte für den Spaziergang einen Rollstuhl zur Verfügung – für viele eine neue Erfahrung: abschüssige Wege, hohe Randsteine und enge Gehwege werden zu echten Herausforderungen.
  • Bürgermeister Winterhalter erläuterte an verschiedenen Stationen die baulichen Kompromisse, die nötig sind, um Mobilitäts-, Seh- und Hörbeeinträchtigungen gerecht zu werden.
  • Diskussionen zeigten: Barrierefreiheit ist vielseitig – was für Rollstuhlfahrer:innen optimal ist, kann für sehbehinderte Menschen problematisch sein. Es braucht taktile Elemente (z. B. Blindenleitsysteme) genauso wie Nullbords (stufenlose Bordsteine).

Unterwegs durch Steinheim

Startpunkt war die barrierefreie Popup-Bücherei im Klosterhof, gefolgt von Stationen im ganzen Stadtgebiet:

  • Schnaidt-Areal am Steppi-Kreisel: geplant sind barrierefreie Wohnungen, Tagespflege, Arztpraxen und Gastronomie.
  • Bahnhofstraße: Engstellen durch alte Baumbeete – Klimaschutz vs. Barrierefreiheit.
  • Industriestraße & Bottwarbrücke: sanierte Rampe durch parkende Autos blockiert.
  • August-Scholl-Straße: schlechte Fahrbahn, schmale Gehwege, zu hohe Bordsteine, Parkdruck.
  • Zebrastreifen in der Lammgasse: Positivbeispiel für inklusives Design – flache Bordsteine + Blindenleitsystem.

Impulse & Ausblick

Der Stadtspaziergang lieferte wertvolle Rückmeldungen aus der Bürgerschaft, in welchen sich auch die Ergebnisse der Umfrage „Gut älter werden in Steinheim“ widerspiegelten – dort wurde Barrierefreiheit überwiegend als ausreichend oder gut, selten als sehr gut bewertet.

Bürgermeister Winterhalter betonte: „Nicht alles lässt sich sofort umsetzen – aber jede Anregung hilft uns, Steinheim Schritt für Schritt barrierefreier zu machen.“

Mitmachworkshop zur neuen Gestaltung des Spielplatzes Schrai Ost

Bei bestem Spielplatzwetter trafen sich Bürgermeister Thomas Winterhalter, Mitglieder des Gemeinderates und der Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürger am Samstag, 5. April 2025, um ihre Ideen zur Neugestaltung des Spielplatzes Schrai Ost auszutauschen. Mitinitiiert und mitorganisiert wurde der Workshop von der Bürgerinitiative steinheim_miteinander, die sich für die Instandsetzung und Modernisierung der Spielplätze in Steinheim einsetzt. Beim Vor-Ort-Termin am ehemaligen Spielplatz nahe dem Steppi-Kreisel erläuterte Thomas Winterhalter, warum der Spielplatz am Fritz-Berckhemer-Weg im Herbst 2024 gesperrt werden musste: Verschiedene Spielgeräte wurden als nicht mehr sicher eingestuft und der Hang drohte abzurutschen. Inzwischen wurde die Fläche vom Bauhof freigeräumt, was beim Ortstermin die besondere Lage deutlich sichtbar machte.  

Pragmatische Lösungen sind gefragt

„Wir haben hier eine Chance, etwas Neues und Einmaliges zu schaffen“, erklärte der Bürgermeister und betonte gleichzeitig die große Herausforderung, der sich die Stadt stellen muss: Insgesamt 34 Spielplätze, 20 davon öffentlich, gilt es in Steinheim und den Teilorten Kleinbottwar und Höpfigheim zu unterhalten, gleichzeitig sei die Finanzlage wie in vielen Kommunen bekanntermaßen angespannt. „Die finale Entscheidung über die Neugestaltung liegt beim Gemeinderat“, betonte er. „Gleichzeitig sind wir dankbar für jede Anregung aus der Bürgerschaft, wichtig ist aber, dass alles mit Bordmitteln oder gegebenenfalls auch mit ehrenamtlichem Engagement umsetzbar ist.“  Die von der Stadt beauftragte Garten- und Landschaftsarchitektin Anette Striegel stellte anhand eines Planes die erste Konzeption für das Spielplatzareal vor und verwies dabei auf die besondere Lage: Der Hang erfordere einen Fallschutz, gleichzeitig biete die große Fläche viele Möglichkeiten. Eltern betonten, dass gerade die Topografie und die ursprüngliche Gestaltung mit Büschen den Spielplatz einmalig gemacht habe, denn sie ermöglichte naturnahes Spielen und bot Kindern die Möglichkeit, zu klettern und sich zu verstecken. Anwohner und Eltern berichteten aber auch, dass der Spielplatz häufig von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt wurde, was Lärmbelästigungen, Konflikte und Müll wie Glasscherben mit sich brachte.

Eine neue Spielplatzkonzeption für Steinheim

Zu den Ideen der Expertinnen und Experten aus dem Landschaftsbau und dem Bauamt gehört unter anderem eine Anhebung des Geländes, die Errichtung einer Stützmauer, die als Kletterwand gestaltet werden soll, ein Doppelstegzaun als Fallschutz sowie die Aufteilung in Zonen mit Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen. Der Hangbereich wird zwar aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht explizit als Spielbereich ausgewiesen, kann aber etwa zum naturnahen Spielen und Verstecken mitgenutzt werden. Bislang gehörte auch eine kleine Hütte zur Ausstattung des Spielplatzes. Hier wurde der Wunsch laut, künftig darauf zu verzichten, da überdachte Bereiche gerne von Jugendlichen abends als Treffpunkt genutzt werden. „Doch auch Jugendliche brauchen Räume,“ gaben andere Teilnehmende zu bedenken. Ramona Senghaas, Amtsleiterin Politik, Bildung & Bürger, Politik & Bildung pflichtete dem bei und berichtete im Gespräch mit Eltern und Anwohner:innen, dass bereits im vergangenen Jahr auf Anregungen von Jugendlichen eine Begehung der Spielplätze stattgefunden habe, um geeignete Aufenthaltsorte für sie zu finden.

Vom Räuber- bis zum Steppi-Spielplatz: Ideensammlung im Begegnungsraum

Die vielen Einzelgespräche wurden im neuen Begegnungsraum in der Kleinbottwarer Straße fortgesetzt, hier konnten auch die kleinen Expertinnen und Experten ihre Wünsche äußern: Mit bunten Zeichnungen teilten Kinder mit, was sie sich wünschen. Ganz oben auf ihrer Liste: eine Seilbahn und Rutschen. Weitere Anregungen reichten vom Sonnenschutz über Spielgeräte für Kleinkinder wie einer Babyschaukel über einen Bolzplatz und einen Ninja-Parcours für die Größeren bis hin zu Fitnessgeräten für ältere Menschen. Lebhaft diskutiert wurde auch darüber, was andere Gemeinden bieten, etwa Großbottwar mit dem Freizeitgebiet „Stadt am Bach“, dem Wasserspielplatz in Mundelsheim oder der neuen Anlage in Nähe des Jugendhauses Pyramide in Pleidelsheim. Auf den Wunschlisten fanden sich auch Begriffe wie Inklusion, Anregungen wie ein generationsübergreifender Treffpunkt oder der Wunsch nach einer Toilette. Großen Anklang fand der detaillierte Planungsvorschlag von Anette Striegel mit dem Schwerpunkt Bewegung, der unter anderem einen Ninja-Parcours und Bewegungsbereiche mit verschiedenen Schwerpunkten wie Klettern, Hüpfen, Balancieren oder Drehen & Fliegen vorsieht.

Die Stadtverwaltung dankt allen, die sich beim Workshop eingebracht haben für die zahlreichen Anregungen und die guten Gespräche, insbesondere der Initiative steinheim_miteinander und den Helferinnen und Helfern, die Kuchen zugunsten der Steinheimer Kitas verkauft haben und zum Gelingen des Bürgerbeteiligungsformats beigetragen haben. „Wir sind mit unserem Beteiligungsraum auf einem guten Weg“, resümierte Thomas Winterhalter. „Die Resonanz beim Vor-Ort-Termin am Spielplatz war zwar etwas geringer als erwartet, im Laufe des Vormittags fanden dann doch noch etliche Bürgerinnen und Bürger den Weg zu uns und überraschten uns mit ganz unterschiedlichen Ideen und Anregungen – wir können nun mit wertvollen Denkanstößen die weitere Planung der Neugestaltung des Spielplatzes Schrai Ost angehen.“

  

Information und Austausch zu den Planungen zum „Kulturzentrum Klosterkelter“

Die alte Kelter öffnete ihre Tore

Parallel zum verkaufsoffenen Sonntag öffnete am 21. September 2025 auch die historische Klosterkelter ihre Tore. Rund 120 Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, die großzügigen Räumlichkeiten des Erdgeschosses zu besichtigen und sich über die Zukunft des Gebäudes zu informieren.

Bürgermeister Thomas Winterhalter und Alexander Grullini, Leiter des städtischen Eigenbetriebs bauSTEIN HEIMbau, begrüßten die Gäste und beantworteten gemeinsam mit Moderatorin Claudia Peschen Fragen zur Geschichte, Planung und Finanzierung des Projekts „Kulturzentrum Klosterkelter“.

Im Anschluss informierten sich viele Teilnehmende an den ausgestellten Plänen, kamen mit den Verantwortlichen ins Gespräch und brachten eigene Ideen und Anregungen ein. Das große Interesse und die positive Resonanz zeigten deutlich, wie stark die Bürgerschaft mit der Kelter verbunden ist. Viele Besucher:innen können sich hier künftig eine lebendige Kombination aus Veranstaltungen, Gastronomie, Bibliothek und Museum gut vorstellen.
Alle Anregungen werden nun ausgewertet und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft, um sie gegebenenfalls in die weiteren Planungen einzubeziehen.

 

Hintergründe zum Projekt „Kulturzentrum Klosterkelter“

Das imposante Gebäude in der Kleinbottwarer Straße wurde zuletzt vor rund 35 Jahren saniert und dient derzeit überwiegend als Lager – ein Gebäude mit viel Potenzial, das bislang weitgehend ungenutzt blieb.

Städtischer Gebäudebestand auf dem Prüfstand

Die Stadt Steinheim verfügt über zahlreiche Gebäude in der Innenstadt, viele davon denkmalgeschützt. Aufgrund ihres baulichen Zustands und fehlender Barrierefreiheit sind sie jedoch nur eingeschränkt nutzbar.

Um den Gebäudebestand zukunftsfähig zu gestalten, beauftragte die Stadt 2022 das Büro sutter³ mit der Erstellung eines Ortsentwicklungskonzepts. Untersucht wurden unter anderem das Rathaus, die Stadtbibliothek, die Kelter, das Gasthaus Lamm, die Alte Schmiede, das Backhaus und mehrere Gebäude in der Badtorstraße. Die Analyse zeigte deutlichen Sanierungsbedarf und Leerstände, die den städtischen Haushalt zusätzlich belasten.

Ziel ist es daher, die vorhandenen Räume effizienter zu nutzen und Synergien zu schaffen, insbesondere bei Gebäuden, die für freiwillige Leistungen wie Museen, Bibliothek oder Kulturveranstaltungen genutzt werden.
Die Machbarkeitsstudie ergab, dass sich die Klosterkelter ideal als Standort für ein gemeinsames Kulturzentrum eignet – ein Ort, an dem diese Einrichtungen unter einem Dach zusammengeführt werden können.
Durch die Bündelung von Kultur-, Bildungs- und Veranstaltungsangeboten entsteht nicht nur ein attraktives Zentrum für Bürger:innen und Gäste, sondern es werden auch Betriebs- und Unterhaltungskosten reduziert. So kann Steinheim seine kulturellen Einrichtungen langfristig sichern und weiterentwickeln.

 

Geplante Nutzungen

  • Veranstaltungssaal: Umbau des Erdgeschosses zu einem barrierefreien, multifunktionalen Saal mit Gastronomie und bis zu 300 Sitzplätzen für Konzerte, Theater und Veranstaltungen.
  • Museen: Zusammenführung des Urmensch-Museums und des Museums zur Kloster- und Stadtgeschichte in den Dachgeschossen – mit neuer inhaltlicher Ausrichtung in Kooperation mit dem Naturkundemuseum Stuttgart.
  • Bibliothek: Integration der Stadtbücherei, die den Veranstaltungssaal außerhalb von Events als Lesesaal und Aufenthaltsbereich nutzen kann.
 

Aktueller Stand

Die ersten Planungsphasen sind abgeschlossen. Auf Grundlage der bisherigen Untersuchungen werden die Baukosten auf rund 6,5 Millionen Euro (ohne Ausstattung) geschätzt. Eine Förderung über Städtebauförderung, KfW-Programme und weitere Fachfördermittel ist vorgesehen.

Nächste Schritte

Im Herbst 2025 wird das Vergabeverfahren für Architekten- und Fachplanungsleistungen vorbereitet. Anschließend folgen die Entwurfs- und Genehmigungsplanungen, eine Kostenschärfung sowie die Beantragung von Fördermitteln.
Auf dieser Basis wird der Gemeinderat anschließend über den Baubeschluss entscheiden.