Gemeinderatssitzung 22.09.2026
icon.crdate23.09.2026
KiTa Bedarfsplanung, Ganztagsbetreuung und Schulentwicklung
Am Dienstag den 22.09.2026 tagte der Gemeinderat der Stadt Steinheim. Folgende Themen standen unter anderem auf der Tagesordnung. Alle Sitzungstermine und Vorlagen finden Sie in unserm Ratsinfomrationssystem.
Mehr Ganztagsbetreuung, neue Anforderungen an unsere Schulen und ein veränderter Bedarf bei der Kinderbetreuung: In der Gemeinderatssitzung ging es um wichtige Weichenstellungen für Familien und Kinder in Steinheim.
Von zusätzlichen Betreuungsangeboten über freie Kita-Kapazitäten bis hin zum wachsenden Raumbedarf an den Schulen wird deutlich: Betreuung und Bildung werden Steinheim auch in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen. Ausführliche Berichte zu den Themen findet ihr auf der Webseite der Stadt.
Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten
Der Gemeinderat hat sich mit der aktuellen Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten in Steinheim an der Murr befasst. Positiv wurde hervorgehoben, dass das neue Kinderhaus Bahnhofstraße im August 2026 in Betrieb genommen werden konnte. Dort werden künftig fünf Gruppen mit insgesamt zwei Krippen- und drei Ü3-Gruppen betreut. Das bisherige Personal wurde vollständig übernommen. Die Einrichtungsleitung übernimmt das Tandem aus dem ehemaligen Kindergarten Steinstraße.
Engpässe in Kleinbottwar
In Kleinbottwar besteht weiterhin ein hoher Bedarf an Betreuungsplätzen. Aktuell können nicht alle Anfragen im Ortsteil selbst abgedeckt werden. Da sich die Entwicklung des Baugebiets Scheibenäcker langsamer als erwartet gestaltet und mit dem geplanten Kinderhaus in den Seewiesen in Höpfigheim perspektivisch ausreichend zusätzliche Plätze in zumutbarer Nähe geschaffen werden können, soll zunächst auf den kurzfristigen Bau einer weiteren Einrichtung in Kleinbottwar verzichtet werden. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage sowie der noch vorhandenen freien Betreuungsplätze in der Gesamtstadt Steinheim an der Murr. Fehlende Betreuungsplätze sollen vorübergehend durch freie Kapazitäten in anderen Steinheimer Kindertageseinrichtungen aufgefangen werden. Langfristig hält die Stadt an dem Ziel fest, eine daurhafte Lösung für den Betreuungsbedarf in Kleinbottwar zu schaffen.
Freie Kapazitäten nutzen
Zum 1. September 2026 stehen in der Gesamtstadt 60 freie Ü3-Plätze zur Verfügung. Unter Berücksichtigung noch ausstehender Aufnahmen könnten bis zum Ende des Kindergartenjahres 2026/2027 voraussichtlich rund 24 Plätze frei bleiben. Im U3-Bereich sind aktuell elf Plätze verfügbar, während insbesondere bei den Krippenplätzen weiterhin Nachfrage besteht. Es sollen Ideen gesammelt werden, wie die freien Kapazitäten besser genutzt werden können.
Weitere Entwicklung
Bis Ende 2027 wird aufgrund der aktuellen Bauentwicklung kein deutlicher Anstieg des Betreuungsbedarfs erwartet. Erst ab 2028 könnten weitere Bauvorhaben zu zusätzlichen Anmeldungen führen. Die Entwicklung der Kinderzahlen und der Belegung wird daher weiterhin beobachtet und die Bedarfsplanung bei Bedarf angepasst.
Ganztags- und Ferienbetreuung wird neu aufgestellt
Mit dem Schuljahr 2026/2027 ist der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Kinder im Grundschulalter in Kraft getreten. Zunächst gilt er für Kinder, die im Schuljahr 2026/27 die 1. Klasse besuchen. Der Anspruch besteht ab Schuleintritt bis zum Beginn der 5. Klasse und wird stufenweise bis zum Schuljahr 2029/30 für alle Grundschulkinder eingeführt.
Für die Städte und Gemeinden ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe: Es gilt, verlässliche Betreuungsangebote zu schaffen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Familien gerecht werden und gleichzeitig für die kommunalen Haushalte dauerhaft tragbar bleiben. Die Stadt Steinheim an der Murr hat hierfür einen tragfähigen Weg gefunden. Ziel ist es, für die Familien ein verlässliches und qualitativ gutes Betreuungsangebot zu schaffen und dabei die vorhandenen Ressourcen sinnvoll und wirtschaftlich einzusetzen.
Ganztagsbetreuung an der Blankensteinschule
Der gesetzliche Anspruch umfasst eine Betreuung von acht Stunden täglich an fünf Werktagen. Die Unterrichtszeit wird dabei angerechnet. In Steinheim kann dieser Rechtsanspruch derzeit an der Grundschule Blankensteinschule vollständig erfüllt werden. An der Grundschule Höpfigheim und an der Schule an der Bottwar in Kleinbottwar bleibt die bewährte Kernzeitenbetreuung während der Schulzeit bestehen. Damit können auch künftig unterschiedliche Betreuungsbedarfe berücksichtigt werden.
Ferienbetreuung wird zentral angeboten
Eine wichtige Neuerung gibt es bei der Ferienbetreuung: Diese wird ab dem Schuljahr 2026/2027 zentral an der Blankensteinschule angeboten. Der Rechtsanspruch nach dem Ganztagsförderungsgesetz gilt auch während der Ferienzeiten. Dabei können die Bundesländer eine Schließzeit von maximal 20 Tagen pro Jahr festlegen. An der Blankensteinschule steht ein verlässlicher Betreuungsort zur Verfügung, an dem die Ganztagsbetreuung auch in den Ferien gebündelt angeboten und die vorhandenen personellen und organisatorischen Ressourcen effizient eingesetzt werden können.
Kompetenter Partner für die Ferienbetreuung
Ab den Herbstferien 2026 übernimmt die Deutsche KinderSportAkademie GmbH (DKSA) die Ferienbetreuung für die Stadt Steinheim an der Murr. Einzelne Ferientage und Brückentage werden weiterhin durch städtisches Personal abgedeckt. Die DKSA hat sich bereits im Juli bei einem Informationselternabend vorgestellt. Dabei konnten zahlreiche Fragen zum Ferienangebot, zur Buchung und zur Abrechnung geklärt werden.
Ganztägige Ferienbetreuung für alle Klassenstufen der Grundschule
Grundsätzlich findet die Ferienbetreuung von 8.00 bis 16.00 Uhr statt. Die Mittagsverpflegung wird wie gewohnt über die Mensa angeboten und kann von den Eltern über die Plattform des Caterers gebucht werden.
Besonders wichtig: Das Ferienangebot steht in Steinheim nicht nur den Erstklässlerinnen und Erstklässlern offen. Auch Kinder der Klassenstufen 2 bis 4 können teilnehmen. Damit schafft die Stadt ein möglichst familienfreundliches und umfassendes Angebot.
Neue Gebühren wurden festgesetzt
Die neue Festsetzung des Betreuungsentgeltes in der Ferienbetreuung (PDF-Dokument, 79,89 KB, 07.10.2026) wird in der Ausgabe 40/2026 der Steinheimer Nachrichten und hier auf der Website veröffentlicht.
Neues Konzept bietet Flexibilität, Verlässlichkeit und Effizienz
Mit der neuen Organisation verbindet die Stadt mehrere Ziele: Die gesetzlichen Vorgaben sollen zuverlässig erfüllt, die Qualität der Betreuung gesichert und gleichzeitig die finanziellen Belastungen für Familien und Stadt verantwortungsvoll gestaltet werden. Die zentrale Ganztags- und Ferienbetreuung an der Blankensteinschule, die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen externen Partner und die Einbeziehung der Landesförderung schaffen hierfür eine gute Grundlage. Gleichzeitig bleibt die bewährte Kernzeitenbetreuung an den Grundschulen in Höpfigheim und Kleinbottwar erhalten.
Damit setzt die Stadt Steinheim an der Murr auf ein flexibles, verlässliches und wirtschaftlich tragfähiges Gesamtkonzept, das den unterschiedlichen Lebenssituationen der Familien Rechnung trägt. Die Stadtverwaltung bedankt sich bei den Eltern für ihr Verständnis und ihre Bereitschaft, sich auf die neuen Rahmenbedingungen einzulassen. Gemeinsam mit den Schulen, den Betreuungskräften und der DKSA soll die Ganztags- und Ferienbetreuung in Steinheim Schritt für Schritt weiterentwickelt werden – mit dem Ziel, Kindern gute Betreuung und Familien möglichst viel Verlässlichkeit im Alltag zu bieten.
Schulentwicklung: Steinheims Schulen stehen vor großen Herausforderungen
Steigende Schülerzahlen, der Ausbau des Ganztags und neue pädagogische Anforderungen stellen die Schulen in Steinheim vor wachsende Herausforderungen. Der Gemeinderat hat sich mit der weiteren Entwicklung der Schulen und dem jetzt schon fehlenden Raumbedarf beschäftigt.
Steinheim an der Murr verfügt über fünf Schulen: drei Grundschulen, eine Gemeinschaftsschule und eine Realschule. Insgesamt werden in der Gesamtstadt rund 1.428 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. An der Riedbachschule besteht ein Anteil an auswärtigen Schülern von knapp 60 %, an der Erich Kästner Realschule liegt dieser bei gut 56 %. Mit Blick auf die kommenden Jahre zeigt sich deutlich, dass die bestehenden Kapazitäten insbesondere am Schulcampus nicht mehr ausreichen werden.
Mehr Kinder und wachsende pädagogische Anforderungen
Die Entwicklung der Schülerzahlen ist dabei ein wesentlicher Faktor. Während die Geburtenzahlen bundesweit zurückgehen, zeigt sich in Steinheim zuletzt eine andere Entwicklung: Für 2026 werden rund 114 Geburten erwartet – diese Zahl liegt deutlich über der von 2025 (106) und damit wieder etwa im langjährigen Durchschnitt (109).
Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an Schule und Betreuung. Besonders der seit dem Schuljahr 2026/2027 geltende Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung im Grundschulalter wirkt sich auf die räumliche und organisatorische Situation aus. In Steinheim ist die Blankensteinschule die Schule, an der der Rechtsanspruch für die Gesamtstadt umgesetzt wird.
Zusätzliche Räume werden außerdem für Vorbereitungsklassen, SprachFit-Gruppen, die ab 2028/2029 verpflichtenden Juniorklassen und inklusive Bildungsangebote benötigt. Die bestehenden Schulgebäude wurden für diese Entwicklungen nicht ausgelegt. Die Verwaltung kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass die räumlichen Kapazitäten an allen Schulen erweitert werden müssen.
Besonders angespannt ist die Situation am Campus
Besonders am Schulcampus wird der Platz knapp. Die Blankensteinschule entwickelt sich dauerhaft zu einer vierzügigen Grundschule. Bereits heute fehlen dort vier Klassenräume. An der Riedbachschule werden künftig voraussichtlich 20 Klassenräume benötigt, zwölf stehen derzeit zur Verfügung. Damit fehlen bereits acht Unterrichtsräume. Zusätzlich sind Räume für Differenzierung, Input und Lernen erforderlich, die in dieser Berechnung noch gar nicht enthalten sind.
Insbesondere die Erich Kästner Realschule wächst: Langfristig wird mindestens mit einer Vierzügigkeit gerechnet, perspektivisch sogar mit 4,5 Zügen. Hier weist der Schulentwicklungsplan einen Fehlbedarf von zwölf Unterrichtsräumen aus. Bereits heute mussten Anfragen aufgrund fehlender räumlicher Kapazitäten abgelehnt werden. Zudem gibt es sieben sogenannte Wanderklassen, die über kein eigenes Klassenzimmer verfügen.
Auch die Grundschulen in den Ortsteilen werden wachsen
Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf den Schulcampus. In Höpfigheim wird durch das Neubaugebiet „Seewiesen“ mit leicht steigenden Schülerzahlen gerechnet. Bereits heute wurde die ehemalige Hausmeisterwohnung umgenutzt, um dort Ganztag und Kernzeitbetreuung unterzubringen.
Auch an der Schule an der Bottwar in Kleinbottwar könnte der Raumbedarf mittelfristig steigen. Gründe sind insbesondere die erwartete Bevölkerungsentwicklung durch das Neubaugebiet „Scheibenäcker“, mögliche zusätzliche Schülerinnen und Schüler aus der Asylunterkunft sowie der Ausbau des Ganztags.
Auch die Anforderungen an das Personal wachsen
Neben dem Raumbedarf rückt auch die Frage nach ausreichend qualifiziertem Personal zunehmend in den Mittelpunkt. Die Stadt beschäftigt insgesamt 23 Mitarbeitende in den Bereichen Kernzeitbetreuung, Schulsekretariate und Schulsozialarbeit sowie im Jugendhaus. Die Mitarbeitenden in den verschiedenen Bereichen leisten einen wichtigen Beitrag zu den Bildungs-, Betreuungs- und Unterstützungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien. Und die Aufgaben verändern sich spürbar: In der Betreuung steigen die Anforderungen durch unterschiedliche Bedürfnisse und einen zunehmenden Unterstützungsbedarf einzelner Kinder. Auch in der Schulsozialarbeit haben komplexe Fälle und der Unterstützungsbedarf von Kindern, Jugendlichen und Familien deutlich zugenommen. Die Schulsekretariate übernehmen zunehmend koordinierende Aufgaben und müssen mit wachsenden digitalen und organisatorischen Anforderungen umgehen.
Ausblick für die Schulentwicklung
Die in der Sitzung dargestellte Schulentwicklung wird die Stadt Steinheim in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen. Bei den notwendigen Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Schulstandorte müssen dabei Gebäude, Betreuung, Personal und pädagogische Anforderungen gemeinsam betrachtet werden. Insbesondere müssen die Schulen auf dauerhaft höhere Schülerzahlen und wachsende Anforderungen ausgerichtet werden. Bereits heute fehlen Unterrichtsräume, und der Erweiterungsbedarf wird in Zukunft noch größer werden.