4W-Tour in Kleinbottwar: Stadt Steinheim an der Murr

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4W-Tour in Kleinbottwar

Wein - Wald - Wiesen - Wasser

Nicht umsonst wird Kleinbottwar als „Perle des Bottwartals“ bezeichnet. Liegt der kleine Teilort Steinheims doch in einer wunderschönen Landschaft, eingebettet zwischen Wein, Wald und Streuobstwiesen. Mehr denn je gewinnt diese weitgehend intakte Landschaft für Erholungssuchende, Natur- und Wanderfreunde, Weinliebhaber und Einwohner an Bedeutung. 

Die 4W-Tour spricht alle Sinne an und bietet ein abwechslungsreiches Naturerlebnis rund um den Forsthof im Gewann Fetzenhardt. Sie vermittelt Einblicke, Ausblicke, Informationen, Naturerlebnisse, Gesundheit und Genuss gleichermaßen.

Wissenswertes über Wein, Wald, Wiesen und Wasser erfahren Sie aus den nachfolgenden PDFs.

1. Kulturlandschaft Streuobstwiesen

Download der PDF Kulturlandschaft Streuobstwiesen

Bereits in der Antike war die Kultur von Apfel- und Birnbäumen hoch entwickelt. Das Wissen über den Obstbau ging in den Zeiten der Völkerwanderung jedoch wieder verloren. Erst mit der Herrschaft der Karolinger wurde die gezielte Kultivierung der Obstsorten wiederentdeckt. Vor allem Klöster, die zur damaligen Zeit vermehrt gegründet wurden, pflegten schöne Gärten und züchteten neue Obst- sorten. Auch Kaiser Friedrich I. Barbarossa unterstützte die Anlage und Pflege von Obstgärten durch deren Befreiung vom Zehnten. Im Reichtagsabschied von 1187 bestimmte er  sogar, dass „wer Weinstöcke oder Obstbäume umhaut, der Ächtung und Exkommunikation verfalle, wie die Mordbrenner“.

Durch die Unterstützung von Herzog Christoph breitete sich der Obstbau im 16. Jahrhundert auch in Württemberg in der Landschaft aus. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) stoppte diese Entwicklung jedoch. Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurden wieder gezielt Obstbäume gepflanzt. Vorwiegend jedoch auf ackerbaulich schwierigen oder für den Weinbau ungeeigneten Flächen. Das Obst wurde frisch oder als Dörrobst gegessen oder zu Most und Obstbrand verarbeitet.

Als Berater Herzog Carl Eugens läutete Johann Caspar Schiller, der Vater des Dichters Friedrich Schiller, im 18. Jahrhundert den großen Aufschwung des Obstbaus in Württemberg ein. Viele noch heute existierende Streuobstbestände im mittleren Neckarraum gehen auf seine Initiative zurück. Beim Über-gang vom 19. ins 20. Jahrhundert erreichte der Obstbau seine flächenmäßig größte Ausdehnung mit vielen Arten und Sorten. Begünstigt auch durch die Reblauskatastrophe im Weinbau. Most sollte jetzt den Wein ersetzen.

Nach dm 2. Weltkrieg begann der Niedergang der Streuobstwiesen durch veränderte Qualitätsansprüche und den Import von Südfrüchten. Die Mehrheit der heutigen Obsthoch-stämme ist ca. 50–70 Jahre alt. Der Anteil der Jungbäume liegtweit unter 10 %.

Auf einer idealen Streuobstwiese stehen Hochstammobstbäume verschiedener Arten – Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen etc. – locker über das Gelände verteilt. Sie stehen auf sogenannten Glatthaferwiesen mit vielen blühenden Gräsern und Kräutern. So entsteht ein außergewöhnlicher Lebensraum mit über 5000 Tier- und Pflanzenarten.

Als Ausgleichsmaßnahme zur Erschließung des Baugebiets Ziegeläcker in Steinheim wurde beim Forsthof eine lange Reihe Hochstämme gepflanzt, für die die Stadt die Pflege übernimmt.      

Den drastischen Rückgang der Streuobstbäume in Baden und Württemberg zeigt die Obstbaumerhebung:

1900:    19    Millionen       1965:      18   Millionen

1990:    11,4 Millionen       2005:        9,3 Millionen

2. Das Wasser - Fluch und Segen

Download der PDF Das Wasser - Fluch und Segen

Der Wehrbachsee

Im Rahmen der Rebflurbereinigung am Böning in Kleinbottwar wurde in den 1980er Jahren der Wehrbachsee angelegt. Nicht nur das Wasser des Wehrbachs wird hier zurückgehalten, sondern auch das Oberflächenwasser, das über ein Drainagesystem aus den umgelegten Reb- flächen abfließt. Bei starken Regenfällen dient er als Rückhaltebecken um den Ort Kleinbottwar und in der Folge auch Steinheim vor Hochwasser zu schützen. Gleichzeitig ist er ein kleines aber ansprechendes Naherholungsgebiet.

Während heutzutage der Boden in den Weinbergen häufig begrünt wird, war dies zu Beginn der Reb-flurumlegung (1971-1973) noch nicht der Fall. Bei starken Regenfällen wurden große Mengen Schlamm vom offenen Boden abgeflößt. Um den Wehrbachstausee vor Verschlammung zu schützen, sollte ein unterhalb gelegener kleiner See den Großteil des Schlamms noch vor Kleinbottwar aufnehmen. Dennoch mussten 1990 gut 7.000 Kubikmeter Schlamm aus dem großen Wehrbachsee ausgebaggert werden, um eine Nutzung durch den Verein für Fischerei- und Gewässerschutz weiterhin zu ermöglichen. Der kleine See ist für eine fischereiliche Nutzung zwar nicht geeignet, aber er hat sich, gerade wegen seines flachen Wassers, zu einem wertvollen Biotop entwickelt, an und in dem sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben.

Der Feuersee

Der 35 Ar große Feuersee (Griesbergsee) auf der Murrer Gemarkung des Hardtwaldes wurde 1951 von der Murrer Feuerwehr durch den Bau eines Erddammes mit Betonmauer angelegt. Nach zwei aufeinanderfolgenden, extrem trockenen Sommern fürchtete man das steigende Risiko von Waldbränden. Eine Angst, die heute durch die Klimaveränderung begründeter ist, denn je. 1998/99 und 2004/05 wurden Damm und Betonmauer grundlegend saniert. Seit seinem Bestehen wird der Feuersee als Fischwasser verpachtet. Er ist in die Strecke des Hardy-Pfades eingebunden und bietet mit einer Grill- und Schutzhütte einen angenehmen Aufenthaltsort für Familien.

Der Benninger See

Dieser See wurde ursprünglich nicht als Rückhaltebecken, sondern privat von einem Fischereimeister aus Stuttgart als Fischteich angelegt. Die Feuchtwiesen des Rohrbachtals waren hierzu ideal, musste doch wegen des hohen Grundwasserspiegels nur wenig ausgebaggert werden. Das Gelände gehörte ursprünglich zum Benninger Besitz am Hardtwald. Durch einen Markungsausgleich kamen der See und angelegt. Er wird vom Verein für Fischerei- und Gewässerwacht gepflegt und genutzt. Wie die anderen Seen wurden der Rohrbachsee so gestaltet, dass er, neben seiner Schutzfunktion, auch ein ansprechender Aufenthaltsort für Wanderer und Erholungssuchende ist.

3. Der Weinbau - Tradition und Moderne

Download der PDF Der Weinbau - Tradition und Moderne

Der Weinbau hat in Kleinbottwar eine lange Tradition. Für Burg Schaubeck ist er seit 1297 nachgewiesen. Zunächst herrschte wohl ein ‚gemischter Satz‘ aus einer Vielzahl verschiedener roter und weißer Traubensorten vor, die gemischt angepflanzt, unabhängig vom jeweiligen Reifegrad auch gemeinsam geerntet und zu einem Schillerwein gekeltert wurden. Er erhielt seinen Namen wegen der hellroten, schillernden Farbe. Beliebte Sorten waren Sylvaner, Elbling, Trollinger, Gutedel, Fütterer, Affenthaler, Clevner, Muskateller,Traminer, Veltliner und Riesling.

Im Schaubecker Amtsgrundbuch von 1839 ist zu lesen: „Die Weinberge liefern der Qualität nach einen nur verhältnismäßig geringen Ertrag, aber ein vorzügliches Gewächs“. Und Immanuel Dornfelder erwähnt in seinen „Württembergischen Jahrbüchern für Statistik und Landeskunde“ im Jahr 1870: „Die geschützte Lage und die häufigen Tauniederschläge mögen hauptsächlich dazu beitragen, dass die Weine des Bottwarthales zum größten Teil zu den besseren Württembergs gerechnet werden“. Speziell Kleinbottwar klassifiziert er als „vorzüglichster Weinort“.

Zur guten Qualität und zum guten Ruf der Kleinbottwarer Weine hat mit Sicherheit der Schaubecker Weinbau beigetragen. Früh hat man hier auf den Anbau geeigneter Reben und eine sorgfältige Kellerwirtschaft gesetzt, die über die Jahrhunderte durch strenge Kelterordnungen geregelt wurde.

In den Weinbergen am Bönning befindet sich noch ein gräfliches Weinberghaus mit bewegter Geschichte. Des Gebäudeensemble entstand in mehreren Abschnitten. Der älteste Teil, der ursprünglich quadratische Bau mit Balkon, wurde wohl bereits im 18. Jahrhundert erbaut. Der daran anschließende Bauabschnitt stammt aus dem 19. Jahrhundert und diente bis in die 1950er Jahre als Kelter der

Herrschaft von Burg Schaubeck. Sie ersetzte wohl eine ältere, kleine Kelter in den ‚Kelterweinbergen‘ (Gewann Nähere Weinberge), die seit 1453 im Besitz der Grafen, später der Herzöge von Württemberg war und 1827 von der damaligen Herrschaft auf Burg Schaubeck, der Familie Bruselle, erworben und abgerissen wurde. Mit einem Kelterbaum waren dort die Trauben von 28 Morgen Weinbergen verarbeitet worden.

In den 1950er Jahren wurden mit einer Seilbahn, die vom Talgrund bis zu den oberen Schrannen führte, Butten transportiert, um den Erntehelfern den beschwerlichen Auf- und Abstieg in den terrassierten Weinbergen zu ersparen. Die Flurbereinigung in den 1980er Jahren machte schließlich die maschinelle Bearbeitung der Rebflächen möglich. Heute wird unterhalb des Weinberghäuschens Lemberger und Riesling angebaut. Oberhalb wachsen Muskattrollinger, Weißbur-gunder und neuerdings, nicht zuletzt auf Grund des Klimawandels, auch San Giovese, eine Traubensorte, die eher aus südlichen Regionen bekannt ist.

4. Die Keltengräber beim Forsthof

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Noch heute befinden sich zahlreiche Keltengräber im Waldboden.

5. Der Wald - Klimaschützer und Erholungsraum

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Neben der Holzproduktion leisten Wälder einen entscheidenden Beitrag zur Regulie- rung und Reinhaltung des Wassers, zum Bodenschutz, zum Klimaausgleich und zur Luftreinhaltung sowie zur Erholungsvorsorge und zum Natur- und Landschaftsschutz.

Und: der Wald ist ein großer Klimaschützer. Der nachhaltig bewirtschaftete Wald bindet jährlich 127 Millionen Tonnen Kohlenstoff, was 14 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland ausmacht. Im Vergleich: Der innerdeutsche Flugverkehr verursacht jährliche Treibhausgasemissionen von 2,5 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Geht man davon aus, dass ein nachhaltig bewirtschaf- teter Wald acht Tonnen CO2 pro Jahr und Hektar bindet, bindet der Wald im Bereich des Reviers Forsthof jedes Jahr etwa 10 270 Tonnen CO2. Allein der nachhaltig bewirtschaftete Wald auf Steinheimer Markung nimmt etwa 2720 Tonnen auf. In Steinheim betrug die CO2-Emission laut Statistischem Landesamt 2017 im Jahr 66 760 Tonnen, pro Kopf sind es 5,5 Tonnen.

Neukartierung im Jahr 2018 zeigt   einen erheblichen Wandel gegenüber der letzten Kartierung aus dem Jahr 1980. Der Erholungswaldanteil ist von früher 28 % auf jetzt 71 % der Waldfläche angestiegen und spiegelt somit die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse und ihre Folgen für das Freizeitverhalten wider.

Das Recht auf Betreten des Waldes ist sogar gesetzlich verbrieft: in §37 des Landeswaldgesetzes heißt es: „Jeder darf den Wald zum Zwecke der Erholung betreten.“

Sowohl zur Erholung als auch zur Information hat die Forstbetriebsgemeinschaft Hardtwald, zu der neben Steinheim auch die Gemeinden Murr, Benningen, Erdmannhausen, Freiberg, Marbach und Pleidelsheim gehören, hat am Ausgangspunkt des Parkplatzes Rohrtäle einen Erlebnisparcours errichtet. 18 verschiedene Stationen bringen entlang des 1,5 km langen Hardy-Pfades den Besuchern mit Aktivitäten und Informationen den Wald mit seiner Tier- und Pflanzenwelt näher.

6. Der Hardtwald - Sage und Wirklichkeit

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Nach einer alten Volkssage hat die Stifterin des Klosters Mariental in Steinheim, Elisabeth von Blankenstein, Tochter des letzten Ortsadeligen Albert von Steinheim, kurz vor ihrem Tode den Wunsch geäußert, dass diejenigen Gemeinden, die bereit seien, ihren Leichnam mit silbernen Schaufeln zu begraben, einen Anteil am Hardtwald bekommen sollten. Auch sollte in den Gemeinden zu ihrem Andenken ein ewiges Licht brennen. Sieben Orte hätten dies zugesagt: Steinheim, Erdmannhausen, Murr, Pleidelsheim, Beihingen, Benningen und Marbach.

Der damals 2557 Morgen großen Hardtwald wurde folglich unter ihnen aufgeteilt. Im Volksmund erzählte man sich lange, dassman in mondhellen Nächten im Hardtwald noch die silbernen Schaufeln glitzern sehen könne. Manche wollen auch eine Kutsche erblickt haben, die ohne jedes Geräusch zwischen den Stämmen umherfährt. Ein Gedicht des Pfarrers M. Gottfried Pfaff aus dem Jahr 1685 hat wohl zudem zur Verbreitung dieser Sage beigetragen.

Der eigentliche Grund für die Aufteilung des Hardtwaldes unter sieben Gemeinden ist aber vermutlich ein ganz praktischer, nämlich seine genossenschaftliche Nutzung. Und das bereits seit alemannischer Zeit, also schon viele Jahrhunderte bevor Elisabeth von Blankenstein das Licht der Welt erblickte.

Das Wort Hardt (auch Hard oder Hart) kommt in vielen württembergischen Ortsnamen vor und ist ein Hinweis darauf, dass es neben unserem Hardtwald noch viele andere Hardtwälder gegeben hat. Hardt ist sprachverwandt mit Hirte und Herde und lässt auf die frühere Nutzung der Wälder als Weide-gebiete schließen. In einer Zeit, als der Ackerbau noch eine untergeordnete Rolle spielte und in erster Linie Viehwirtschaft betrieben wurde. Aus alten Aufzeichnungen geht hervor, dass täglich ca. 150 Stück Vieh zur Weide in den Hardtwald getrieben wurden. Das entspricht 10 Stück Vieh auf 100 Morgen Wald.

Nicht nur unser Hardtwald, auch andere Hardtwälder zählten zum Gebiet der ersten Siedlungen und wurden von denjenigen Markgenossen gemeinsam genutzt, deren Markungen an das entsprechende Waldstück grenzte. In den seltensten Fällen dürfte der gemeinschaftliche Besitzt jedoch tatsächlich von einer Stiftung herrühren, sondern geht auf ursprüngliche alemannische Besitz-, Wirtschafts- und Rechtsverhältnisse zurück. Das aus den Weidegemeinschaften im Laufe der Zeit politische und kirchliche Verbände wurden lässt sich aus den Gerichts- und Grabstätten schließen, die in den Hardtwäldern oftmals gefunden wurden.

Durch zunehmende Waldrodungen wurden einige Gemeinden im Laufe der Jahrhunderte vom direkten Zugang zum Wald abgeschnitten. Unter unseren heutigen Hardtgemeinden grenzt nur noch die Steinheimer Gemarkung direkt an den Wald. Durch die Zuteilung von Flächen am Hardtwald wurden jedoch auch für die „waldfernen“ Gemeinden die Nutzungsrechte festgeschrieben. Eine sinnvolle Nutzung war in früher Zeit jedoch nur möglich, wenn der Wald so nah war, dass weiterhin Vieh zur Beweidung dorthin getrieben oder der Holzeinschlag ohne zu großen Aufwand in den Ort gebracht werden konnte. Die Zahl der dafür in Frage kommenden Gemeinden war daher begrenzt. Allerdings spielte nicht nur die räumliche Nähe eine Rolle, sondern auch politische und kirchliche Zugehörigkeiten und Abhängigkeiten.

In Zeiten zunehmender Territorialgewalt und Einflussnahme der Grafen und Herzöge von Württemberg, mussten die Hardtge-nossen ihr angestammtes Recht und damit ihren Besitz am Hardtwald verteidigen. Weil keine Urkunde vorhanden war, die den rechtmäßigen Besitz der Hartgenossen am Hardtwald belegen konnte, wurden in der Mitte des 16. Jahrhunderts im sogenannten Hardtwaldprozess 43 Zeugen aus den beteiligten Gemeinden befragt. Sie sollten Auskunft darüber geben, woher der Gemeinbesitz ihrer Meinung nach stamme. Viele führten eine „edle Frow“ als Stifterin an. Andere führten den Besitz auf Gottes Willen oder Almosen zurück, manche konnten keine Erklärung abgeben. Aber drei Zeugen erwähnen explizit Elisabeth von Blankenstein als Stifterin. Die drei Zeugen werden namentlich genannt: der annähernd 70 Jahre alte Michel Heym, der aus Marbach gebürtige Pläsin Pöler, 51 Jahre alt und der 46jährige Heinrich Zeh, geboren in Rielingshausen, sesshaft in Kleinbottwar.

Das Protokoll der Befragungen im Hardtwaldprozess ist die erste urkundliche Erwähnung der vermeintlichen Stifterin im Zusammenhang mit dem Hardtwald. Aus dieser Befragung entwickelte sich die „Schutzsage“ über die Stiftung, die den angestammten Besitz der „armen Leute“ gegen den drohenden Zugriff der geistlichen und weltlichen Grundherren verteidigen sollte und somit ein Ersatz für einen fehlenden Rechtstitel darstellte.

Aber nicht nur die Stiftungssage, sondern auch die nachweislich vorhandene Gerichtsbarkeit, das Hardtgericht, dokumentierte den angestammten Besitz. Seine Zusammensetzung und Gepflogenheiten weisen auf uralte Rechtsgewohnheiten hin. Dass das Hardtgericht ursprünglich hauptsächlich in Murr tagte, deutet darauf hin, dass es sich dabei um die Fortführung oder den Rest des ehemaligen alemannischen Hundertschaftsgerichts handelte. Damit weist die Struktur unserer Hardtgemeinschaft mit eigener Gerichtsbarkeit wohl auf die bereits genossenschaftliche Verwaltung einer ehemaligen Hundertschaftsallmende (gemeinsam Genutztes Gelände) hin, die auf den Hardtwald ausgedehnt wurde.

Im Jahr 1580 wurde schließlich die Hardtordnung schriftlich niedergelegt, in der nicht nur die rechtmäßig am Hardtwald beteiligten Gemeinden festgeschrieben sind, sondern auch die Größe des jeweiligen Anteils und die Rechte und Pflichten der Bürger am Gemeineigentum. So hatten die Gemeinden das Recht, jährliche Holzgaben zu verteilen. Bauwillige erhielten kostenloses Bauholz. Kindbetterinnen wurde eine Wagenladung Holz zugesprochen und im Herbst (von 29.9.-30.11, Michaelis bis Andreä) durften die Schweine 2 – 4 mal pro Woche zur Eichelmast in den Wald getrieben werden. Kleinbottwarer Bürger hatten das Recht, die Schweine in dieser Zeit sogar täglich in den Wald treiben. Die eventuell nur auf Grund von Privilegien der Herrschaft, denn Kleinbottwar zählte nicht zu den sieben Hardtgemeinden.

 

7. Die Kelten in Kleinbottwar

Download der PDF Die Kelten in Kleinbottwar

Die erste nachweisliche keltische Besiedlung in unserer Region fand wohl bereits im 7. und 6. Jahr- hundert vor Christus satt. Das Fürstengrab von Hochdorf, der Asperg als taktisches und kultisches Zentrum zeugen noch davon.

Aber auch die exponierte Lage des Forsthofs wussten die Kelten zu schätzen, die hier wohl in der Lathènezeit (ab 450 vor Chr.) gesiedelt haben. Die geschlossene Hügelgruppe ist eine der größten im Umkreis. Die meisten der 22 Grabhügel liegen nördlich des Forsthofs im lichten Wald und dem westlich angrenzenden Wiesengelände, wo sie, auf freiem Feld, allerdings landwirtschaftlicher Rodung zum Opfer gefallen sind.

Der größte Grabhügel, im Volksmund das 'Hexenbuckele' genannt, mit einem ursprünglichen Durchmesser von ca. 30 m, liegt heute ebenfalls auf freiem Feld im Gewann ‚Alter Forst‘. Der ihn umgebende Wald wurde vor rund 150 Jahren für landwirtschaftliche Zwecke gerodet und der ursprünglich wohl 3 – 4 m hohe Hügel im Laufe der Zeit durch Überpflügung auf eine Höhe von ca. 1,10 m abgetragen. In keltischer Zeit ließ ein umlaufender Graben die Aufschüttung wohl noch höher erscheinen.

Der Großgrabhügel des Hexenbuckeles wurde 1985 durch Probegrabungen archäologisch untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass das Hauptgrab wohl bereits in der Antike ausgeraubt worden ist.

Durch ringförmig um den Grabhügel gepflanzte Obstbäume wurde das Hexenbuckele in der Landschaft kenntlich gemacht. Seine Größe, im Vergleich mit den anderen, im Wald gelegenen Grabhügeln und seine Lage, mit direktem Blickkontakt zum Asperg, zeichnet das Hexenbuckele wohl als Ruhestätte eines höherstehenden Stammesmitglieds aus.