Park.Raum.Dialog
Der Park.Raum.Dialog ist ein Beteiligungsformat des Kompetenznetz Klima Mobil. Klima Mobil begleitet Kommunen auf ihrem Weg zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Mobilität. Mit Beratungs- und Beteiligungsangeboten unterstützt es Städte und Gemeinden dabei, Mobilitätsmaßnahmen transparent zu entwickeln und gemeinsam mit den Menschen vor Ort tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
Der Park.Raum.Dialog schafft hierfür einen strukturierten Rahmen mit Information, Austausch und Beteiligung. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Perspektiven und Fragen wie:
- Wie soll der öffentliche Raum in unserer Stadt künftig genutzt werden?
- Welche Rolle spielt das Parken?
- Wie können die unterschiedlichen Bedürfnisse von Anwohnenden, Handel, Gewerbe, Besucherinnen und Besuchern sowie verschiedenen Verkehrsmitteln in Einklang gebracht werden?
- Welche Anforderungen bestehen an Erreichbarkeit, Aufenthaltsqualität und Mobilität?
Die Ergebnisse des Dialogs fließen als wichtiger Baustein in die fachliche Planung und politische Entscheidungsfindung ein.
Der Beteiligungsprozess in Steinheim
Ablauf
Den Auftakt des Park.Raum.Dialogs im Herbst 2024 bildete die Zusammenstellung einer Auditgruppe, die den Beteiligungsprozess begleitete. Sie setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung, des Gemeinderats, der Straßenverkehrsbehörde, des örtlichen Gewerbes und der Landwirtschaft zusammen. Ergänzend wurden per Zufall ausgewählte Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich aktiv am Dialog zu beteiligen. Der gesamte Prozess wurde fachlich vom Kompetenznetz Klima Mobil begleitet und moderiert. Bei der Zusammensetzung der Auditgruppe wurde darauf geachtet, die unterschiedlichen Perspektiven und Interessen rund um die kommunale Parkraumpolitik möglichst ausgewogen abzubilden. So konnten die vielfältigen Anforderungen an den öffentlichen Raum aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und diskutiert werden. Der Fokus lag dabei auf der Steinheimer Innenstadt, die sich derzeit in einem umfassenden Wandel befindet und dadurch vielfältige Möglichkeiten für Verbesserungen bietet.
Als Einstieg in den Park.Raum.Dialog füllten die Mitglieder der Auditgruppe einen Online-Fragebogen zur aktuellen Parkraumpolitik in Steinheim aus. Die Ergebnisse dienten als Grundlage für die gemeinsame Bestandsaufnahme und bildeten die Basis für die anschließenden Workshops:
- Reflexionstreffen: Gemeinsame Auswertung der Ergebnisse, Diskussion zentraler Herausforderungen und Identifikation von Handlungsbedarfen.
- Aktionstreffen: Entwicklung und Priorisierung konkreter Maßnahmen und Handlungsempfehlungen für die zukünftige Parkraumpolitik.
Darauf aufbauend erstellte das Kompetenznetz Klima Mobil Mitte 2025 einen Abschlussbericht inklusive Maßnahmenplan. Dieser schafft die Voraussetzungen für eine zielgerichtete Weiterentwicklung des Parkraummanagements vor Ort.
Die Ergebnisse
Auf Grundlage der Ergebnisse der Online-Befragung sowie des Reflexions- und Aktionstreffens empfiehlt das Kompetenznetz Klima Mobil verschiedene Maßnahmen für die Weiterentwicklung des Parkraummanagements. Die Maßnahmen greifen die von den Beteiligten als besonders relevant benannten Themen für Steinheim an der Murr auf und sind auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt. Sie ergänzen sich gegenseitig und sollten insbesondere im Zusammenhang mit der laufenden Innenstadtentwicklung als Gesamtpaket betrachtet werden.
Der vollständige Abschlussbericht kann hier heruntergeladen (PDF-Dokument, 2,26 MB, 13.07.2026) werden.
1 – Parkraummanagementkonzept evaluieren und weiterentwickeln
Das bestehende Parkraummanagement sollte vor dem Hintergrund des Rathausneubaus und der Innenstadtentwicklung evaluiert und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden. Grundlage hierfür ist eine Bestandsaufnahme des öffentlichen Parkraums, einschließlich Parkplatzauslastung, Parkdauer und Nutzergruppen sowie der zu erwartenden Auswirkungen künftiger Entwicklungen.
Ziel ist eine bedarfsgerechte und effiziente Nutzung der vorhandenen Stellplätze, beispielsweise durch die Lenkung von Langzeitparkenden auf geeignete Flächen und die Freihaltung innenstadtnaher Parkplätze für Kurzzeitparkende. Gleichzeitig sollen negative Verlagerungseffekte in angrenzende Wohngebiete vermieden werden.
Für die Erarbeitung der Parkraummanagementkonzeption wird die Beauftragung eines Fachbüros empfohlen.
2 – Alternativen zum Kfz-Verkehr stärken
Die Förderung des Fuß- und Radverkehrs soll dazu beitragen, den Kfz-Verkehr und damit den Parkraumbedarf zu reduzieren sowie die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Schulwegsicherheit durch die Aktualisierung der Schulwegplanung unter Einbeziehung von Schulen und Eltern. Zudem wird empfohlen, sich am landesweiten Fußverkehrscheck zu beteiligen und erkannte Mängel im Fuß- und Radverkehr gezielt zu beheben.
Ergänzend sollen nachhaltige Mobilitätsangebote gestärkt werden. Dazu gehören die langfristige Sicherung und Weiterentwicklung des Carsharing-Angebots sowie die Ausweitung des On-Demand-Verkehrs, um die Erreichbarkeit der Stadtteile ohne eigenes Auto zu verbessern.
Da ein Teil der Maßnahmen verkehrsrechtliche Anordnungen erfordert, ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis Ludwigsburg als zuständiger Straßenverkehrsbehörde erforderlich.
3 – Kommunikation
Eine verständliche und transparente Kommunikation ist entscheidend für die Akzeptanz und den Erfolg der Maßnahmen. Ziel ist es, über die Ziele des Parkraummanagements, geltende Parkregelungen und nachhaltige Mobilitätsalternativen zu informieren sowie die Bevölkerung für deren Nutzen zu sensibilisieren. Die Kommunikation sollte idealerweise Bestandteil der Erarbeitung des Parkraummanagementkonzepts sein.
Ergänzend sind Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen vorgesehen, um Regelverstöße – insbesondere beim Parken – zu reduzieren und die Schulwegsicherheit zu verbessern. Dabei sollen bestehende Kommunikationskanäle genutzt und die konsequente Ahndung von Fehlverhalten durch geeignete Kontrollen und gegebenenfalls ergänzende bauliche Maßnahmen unterstützt werden.
4 - Vorhaben mit der Innenstadtentwicklung verknüpfen
Die aktuelle Entwicklung der Steinheimer Innenstadt mit Rathausneubau, neuer Wohnnutzung und der Umgestaltung der Kelter bietet die Chance, das Parkraummanagement als Teil einer integrierten Stadtentwicklung neu auszurichten. Die erarbeiteten Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Parkraummanagements, zur Förderung nachhaltiger Mobilität sowie zur Sensibilisierung und Kontrolle sollten dabei aufeinander abgestimmt umgesetzt werden.
Die anstehenden Veränderungen führen zu einem veränderten Verkehrs- und Parkbedarf, der bei der Fortschreibung des Parkraumkonzepts berücksichtigt werden sollte. Gleichzeitig eröffnet insbesondere der Rathausneubau die Möglichkeit, klimafreundliches Mobilitätsmanagement – etwa durch Fahrradförderung, Carsharing und eine gezielte Parkraumlenkung – frühzeitig zu etablieren und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt nachhaltig zu verbessern.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, Vertreterinnen und Vertretern aus Gewerbe, Landwirtschaft und Politik sowie allen weiteren Beteiligten, die sich mit ihren Erfahrungen und Ideen eingebracht haben. Der Park.Raum.Dialog hat gezeigt, wie wertvoll der Austausch unterschiedlicher Perspektiven ist. Die zahlreichen Beiträge helfen dabei, die zukünftige Entwicklung des Parkraums transparent, ausgewogen und zukunftsorientiert zu gestalten. Mit dem Abschluss des Beteiligungsprozesses endet der Dialog nicht. Vielmehr bilden die Ergebnisse die Grundlage für die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem modernen Parkraummanagement und einer nachhaltigen Mobilität in Steinheim.
