Steinheimer Innenstadt soll angeschlossen werden
Die Stadt Steinheim treibt die Umsetzung ihrer kommunalen Wärmeplanung weiter voran. Nachdem der Gemeinderat im Dezember 2025 die kommunale Wärmeplanung beschlossen hat, steht nun ein weiterer bedeutender Schritt an: Die Steinheimer Innenstadt soll an das bestehende Wärmenetz angeschlossen werden. Hierzu wird eine Verbindung mit der Heizzentrale auf dem Schulcampus hergestellt. Mit den entsprechenden Planungen sowie dem Bau der Leitung wird die Wärmenetz Steinheim GmbH beauftragt.
Hintergrund: Kommunale Wärmeplanung
Ein zentrales Ergebnis der beschlossenen Wärmeplanung ist die Festlegung sogenannter Wärmenetzausbaugebiete. Neben den Gebieten Horrenwinkel und Grafenäcker, in denen der Ausbau des Wärmenetzes bereits läuft, ist insbesondere auch die Steinheimer Innenstadt als zukünftiges Ausbaugebiet vorgesehen.
Durch die Erweiterung des Wärmenetzes Steinheim Nord-West bis in die Innenstadt ergeben sich vielfältige Synergien. In der erweiterten Heizzentrale auf dem Schulcampus stehen noch freie Erzeugungskapazitäten zur Verfügung. Diese ermöglichen es, einen ersten Ausbauschritt in Richtung Innenstadt mit erneuerbarer Wärme zu versorgen. Für spätere Ausbaustufen besteht zudem die Möglichkeit, eine zusätzliche Heizzentrale in das Gesamt-Wärmenetz zu integrieren und so den Anteil erneuerbarer Energien weiter zu erhöhen.
Baubeginn während der laufenden Tiefbauarbeiten in der Marktstraße spart Kosten
Die zeitnahe Umsetzung der Wärmenetzerweiterung ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Ab 20. April wird die Marktstraße im Zuge des Neubaus der Starkregen- und Mischwasserkanalisation gesperrt. Während dieser Bauphase kann parallel auch die Wärmeleitung verlegt werden. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse ist in Teilen sogar ein gemeinsamer Bau von Kanalisation und Wärmeleitung erforderlich.
Ein späterer Einbau der Leitung würde erhebliche Mehrkosten verursachen und wäre nach der geplanten Neugestaltung des Marktplatzes einschließlich der Marktstraße nur noch mit großem Aufwand möglich. Der vorgesehene Bauzeitpunkt ist daher sowohl technisch als auch wirtschaftlich optimal.
Vorteile für öffentliche Gebäude und Anlieger
Mit einer Fertigstellung der Erweiterung bis Ende 2026 kann unter anderem das neue Rathaus künftig an das Wärmenetz angeschlossen werden. Dadurch lässt sich eine bisher vorgesehene Kombination aus Luft-Wärmepumpe und elektrischem Heizstab in den Nachtstunden vermeiden, was die Immissionsbelastung deutlich reduziert.
Auch für das bestehende Rathaus ist eine neue Heizlösung dringend erforderlich. Darüber hinaus könnte das Projekt „Gästehaus“ in der Lammgasse 3 ebenfalls an das Wärmenetz angebunden werden. Selbstverständlich erhalten auch alle weiteren Anlieger entlang der Trasse die Möglichkeit, sich an das Wärmenetz anschließen zu lassen.
Die Leitungsführung vom Schulcampus in die Innenstadt erfolgt über die Höpfigheimer Straße, die Ludwigsburger Straße und die Marktstraße. Die Fertigstellung der Baumaßnahme ist bis Ende 2026 vorgesehen.
Finanzierung gesichert
Für die Erweiterung stehen im Rahmen des bestehenden Wärmenetz-Projekts weiterhin finanzielle Mittel zur Verfügung, da bisher sparsam gewirtschaftet wurde. Zudem wurde die Nutzung der verbleibenden Fördermittel im Vorfeld eng mit dem Fördergeber abgestimmt.
Ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Leitung in die Innenstadt ist das Erreichen einer Mindestabnahmemenge. Diese soll insbesondere durch die vorgesehenen sogenannten Ankerkunden – wie das neue und das bestehende Rathaus – sichergestellt werden. Auch unter finanziellen Gesichtspunkten ist der gewählte Bauzeitpunkt daher sinnvoll.
Mit dem Anschluss der Innenstadt setzt die Stadt Steinheim einen weiteren wichtigen Baustein für eine klimafreundliche, zukunftssichere und wirtschaftliche Wärmeversorgung um.


