Bauen in Überschwemmungsgebieten

Bauen in Überschwemmungsgebieten im Innenbereich unter gewissen Voraussetzungen möglich

Seit der Novellierung des Wassergesetzes im Dezember 2013 gilt auch im Innenbereich von Städten und Gemeinden ein Verbot für Neubauten in Überschwemmungsgebieten. Überschwemmungsgebiete sind seitdem per Gesetz Bereiche, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist (HQ100-Flächen).

Sollen Bauvorhaben trotz des grundsätzlichen Verbots errichtet werden, bedarf es einer wasserrechtlichen Ausnahmegenehmigung. Die ist jedoch nur dann möglich, wenn ein umfangs-, funktions- und zeitgleicher Ausgleich des durch das Bauvorhaben verlorenen Retentionsraums erfolgt. Diesen Ausgleich kann ein privater Bauherr selbst schaffen oder auf bestehende  kommunale Maßnahmen zurückgreifen.

Im Herbst 2018 hat die Stadt Steinheim den Bau eines Retentionsbeckens fertig gestellt, das mit einem Fassungsvermögen von rund 5.580 m³ für städtische und private Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung steht.  Die Refinanzierung der Herstellungskosten erfolgt durch ein städtisches Hochwasserschutzregister. (33,1 KiB)

Das bedeutet:
Ab sofort besteht für Steinheimer Bauherren/Vorhabenträger die Möglichkeit, den Retentionsausgleich aus dem „Pool“ im  Hochwasserschutzregister anrechnen zu lassen. Der Antragsteller hat der Stadtverwaltung (Stadtbauamt) eine Berechnung des auszugleichenden Rückhaltevolumens vorzulegen, der dem Retentionsraum entzogen und von dem Hochwasserschutzregister „abgebucht“ werden soll.  
Im Gegenzug übernimmt der Bauherr/Vorhabenträger die Kosten der städtischen Maßnahme  in dem Verhältnis, des von ihm in Anspruch genommenen Volumens.

Bei einem verfügbaren Retentionsvolumen von 5.580 m³ sind Herstellungskosten von 48,59 € pro m³ Retentionsausgleich entstanden, die zu vergüten sind.


Und so geht´s:

  • Sie möchten bauen und Ihr Grundstück befindet sich im Innenbereich von Steinheim, Kleinbottwar oder Höpfigheim und ist als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen.
    Ob Sie betroffen sind, können Sie anhand der Hochwassergefahrenkarten ersehen.
  • Zusätzlich zu den Planunterlagen für eine bau- und wasserrechtliche Genehmigung legen Sie oder Ihr Architekt die Berechnung des Rückhaltevolumens sowie den Antrag (146,6 KiB) auf Anrechnung aus dem Hochwasserschutzregister vor.
  • Vor einer Baugenehmigung durch das Landratsant entscheidet die Stadverwaltung (Stadtbauamt) über die Inanspruchnahme des Hochwasserschutzregisters.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an das Stadtbauamt, Frau Knoop 07148/9618-164,  email e.knoop@stadt-steinheim.de  oder Frau Ciocchetti 07148/9618-163, email b.ciocchetti@stadt-steinheim.de.