Urmensch- Museum
Anschrift
Kirchplatz 4 (Hans-Trautwein-Haus)
71711 Steinheim an der Murr
Telefon 0 71 44 / 2 12 26
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Wochentag |
Uhrzeit |
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Montag |
geschlossen |
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Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Sonntag |
10.00 - 12.00 Uhr und |
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Freitag und Samstag |
14.00 - 16.00 Uhr |
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während des Sommerhalbjahres (01.04.-30.09.) |
bis 17.00 Uhr verlängert |
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Einzelpersonen |
Preis |
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Erwachsene |
2,00 Euro |
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Jugendliche, Schüler, Studenten, Grund-u.Zivildienstleistende, |
1,00 Euro |
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Gruppen ab 15 Personen |
Preis |
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Erwachsene |
1,50 Euro |
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Jugendliche, usw. |
0,75 Euro |
Über die Stadtverwaltung, Frau Schwanitz, Tel.-Nr. 07144/263-113, können zusätzlich für das Urmensch-Museum Sonderführungen zum Preis von derzeit 40,00 Euro (25 Personen pro Gruppe) gebucht werden.
Kinderführungen im Urmensch-Museum
Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren können unter museumspädagogischer Anleitung von Frau
Kindergeburtstage im Urmensch-Museum
Auf Anfrage sind Kindergeburtstage mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen möglich. Anfragen und Infos unter der Telefonnummer 07144/97889, Frau Warnatzsch.
Das Museum
Das Urmensch-Museum der Stadt Steinheim an der Murr gibt auf ungefähr 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche einen knappgefaßten Einblick in den Ablauf der leiblichen Entwicklung wie der geistigen Entfaltung der Menschheit. In diese eingebunden, wird die Bedeutsamkeit des Steinheimer Urmenschen verdeutlicht sowie dessen erd- und lebensgeschichtliches Umfeld museal herausgestellt. Eine Tonbildschau sowie Lebensbilder und Modelle von Großsäugern bereichern den Rundgang, das Schriftenangebot erlaubt ein Vertiefen der dargestellten Themenbereiche.
Das Urmensch-Museum befindet sich nahe beim Marktplatz neben dem historischen Rathaus im einstigen Kirchschulhaus, dem jetzigen Hans-Trautwein-Haus; es wurde 1968, initiiert durch Bürgermeister Alfred Ulrich, unter Mitwirkung des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart begründet, 1974 erweitert und 1983 durch Prof Dr. Karl Dietrich Adam, dem die fachliche Betreuung der städtischen Institution seit Anbeginn obliegt, neu gestaltet. Ergänzend wurde 1991 im Bereich der einstigen Fundgrube des Urmenschen- Schädels eine Gedenkstätte geschaffen.
Die Exponate
Im Erdgeschoß findet man in zwei Schauräumen ausgewählte Exponate von Säugetier- Funden, die einen Überblick über das reiche fossile Fundgut aus den mittelpleistozänen Schottern im Tal der unteren Murr vermitteln. Mit Belegen jeweils kennzeichnender Faunenglieder wird die Tierwelt der interglazialen, warmzeitlichen Waldelefanten-Sande jener der nachfolgenden glazialen, kaltzeitlichen Steppenelefanten-Kiese gegenübergestellt. In einem Anbau ist das Skelett des Steinheimer Steppenelefanten, des Elephas primigenius fraasi, mit über vier Meter Rückenhöhe zu bestaunen.
Im Obergeschoß wird in einem durch mehrere Bereiche führenden, mit einem Rückblick auf die Forschungsgeschichte einsetzenden Rundgang die Sonderstellung des Steinheimer Urmenschen innerhalb der menschlichen Stammesgeschichte aufgezeigt sowie die aus dem Schädel erschließbare Eigenart des Homo steinheimensis gegenüber dem Homo neanderthalensis und dem Homo sapiens begründet. Der erdgeschichtliche Rahmen des Fundgebietes, die Geologie des Steinheimer Umlandes, wird in einem eigenen Schausaal erläutert und durch Exponate veranschaulicht.
Die Sammlungen
In dem weiten Tal zwischen Steinheim und dem nahen, flußabwärts gelegenen Murr wurden bis über die Mitte des letzten Jahrhunderts hinaus fossilreiche Kiese und Sande abgebaut, die während des Eiszeitalters in Jahrtausenden und Aberjahrtausenden von Murr und Bottwar angefrachtet worden waren. Als ein erster aufsehenerregender Fund konnte im Sommer 1910 das nahezu vollständig überlieferte Skelett eines großwüchsigen Steppenelefanten, einer Elephas primigenius fraasi benannten Vorläuferform des allbekannten Mammuts, geborgen werden, und gleichen Jahres noch kam das Skelett eines Auerochsen oder Ures zutage, dem 1925 ein solches des Steppenwisents folgte. Besonders reich war der Fundanfall dank steter Überwachung der Steinheimer Kiesgruben durch Professor Dr. Fritz Berckhemer von der Württermbergischen Naturaliensammlung zu Stuttgart in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Davon zeugt eine Vielzahl einzigartiger Funde: Schädel sowie Gebiß- und Skelettreste vom Wald- und Steppenelefanten, vom Wald- und Steppennashorn, vom Wald- und Steppenriesenhirsch, vom Wasserbüffel und Auerochsen, vom Waldwisent und Steppenbison sowie manch anderem jagdbaren Wild neben Raubtieren wie Löwe und Säbelzahnkatze.
Sorgfältiges Ermitteln des jeweiligen Fundlagers der beim Abbau der Schotter zutage kommenden tierischen Überreste ließ erkennen, dass den tieferen, großenteils sandigen Schichten eine in das Holstein-Interglazial zu stellende, durch reiche Funde des Waldelefanten gekennzeichnete Fauna zu eigen ist, wohingegen die höheren, meist kiesigen Schichten eine kaltzeitliche, dem beginnenden Riß-Glazial zugehörende Fauna, beherrscht vom Steppenelefanten, beinhalten. Überliefert ist hier ein gleitender Faunenwandel, in dem sich der von einer Warm- zu einer Kaltzeit führende Klimawechsels widerspiegelt - das eine wie das andere dank einer über lange Zeiten hinweg fortdauernden Aufschotterung infolge eines lokalen Absinkens des Untergrundes, einer Einmuldung im Bereich des unteren Murrtales, zu erschließen.
Weltweite Beachtung als Fossilfundstätte fand Steinheim an der Murr aber erst durch den am 24. Juli 1933 von Karl Sigrist in den Waldelefanten-Sanden der väterlichen Kiesgrube entdeckten und anderntags von Oberpräparator Böck sorgsam geborgenen Schädel eines Urmenschen. Dieser steht trotz seines hohen geologischen Alters von zumindest einer Viertelmillion Jahren, soweit beurteilbar, dem heutigen Menschen ungleich näher als dem Neandertaler des Jungpleistozäns. Zu Recht darf er deshalb als eine nach Zeitstellung wie Formgebung gut abgrenzbare, 1936 Homo steinheimensis benannte Art und zugleich als ein wichtiges Glied unter den europäischen Vorzeitmenschen betrachtet werden: dem sogenannten Homo heidelbergensis des älteren Pleistozäns nachfolgend, dem jungpleistozänen Homo sapiens vorangehend. Die stammesgeschichtliche Bedeutung des Fundes aufzuhellen, ist das eine, das andere aber ist das individuelle Schicksal der Steinheimerin zu ergründen, die offensichtlich auf gewaltsame Art bereits in jungen Jahren ums Leben kam. Ihr Kopf wurde abgetrennt, die Schädelbasis aufgebrochen, und dies macht nur Sinn, wenn man nach dem Gehirn trachtet. Damit aber deutet sich ein frühes Auftreten kultischer Anthropophagie an, die einst im Mündungsgebiet der Bottwar in die Murr von Menschen ausgeübt worden war, denen ein Sprechvermögen und die Fähigkeit zu einer artikulierten Sprache zu eigen war.
Weitere Infos: http://www.webmuseen.de/




