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Urmensch- Museum               

Schädel eines Urmenschen

Kirchplatz 4 (Hans-Trautwein-Haus)                                               Am Faschinsdienstag, den 21. Februar 2012
71711 Steinheim an der Murr                                          ist das Museum geschlossen!   

Öffnungszeiten

Wochentag

Uhrzeit

Montag

geschlossen

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Sonntag

10.00 - 12.00 Uhr und
14.00 - 16.00 Uhr

Freitag und Samstag

14.00 - 16.00 Uhr

während des Sommerhalbjahres (01.04.-30.09.)
Samstag, Sonntag sowie Feiertag

bis 17.00 Uhr verlängert
Eintrittspreise

Einzelpersonen

Preis

Erwachsene

2,00 Euro

Jugendliche, Schüler, Studenten, Grund-u.Zivildienstleistende,
Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose

1,00 Euro

Gruppen ab 15 Personen

Preis

Erwachsene

1,50 Euro

Jugendliche, usw.

0,75 Euro

Anmeldungen und Anfragen bitte ausschießlich über die Stadtverwaltung Steinheim, Fr. Glück, Tel. 07144-263-113, Email: A.Glueck@stadt-steinheim.de.

Anmeldeformular

Führungen für Erwachsene und Kinder  (25 Personen pro Gruppe) auf Anfrage:  40 €.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage des Fördervereins Urmensch-Museum e. V. http://foerderverein-urmensch-museum.de

Das Museum

Das Urmensch-Museum der Stadt Steinheim an der Murr gibt auf ungefähr 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche einen knappgefaßten Einblick in den Ablauf der leiblichen Entwicklung wie der geistigen Entfaltung der Menschheit. In diese eingebunden, wird die Bedeutsamkeit des Steinheimer Urmenschen verdeutlicht sowie dessen erd- und lebensgeschichtliches Umfeld museal herausgestellt. Eine Tonbildschau sowie Lebensbilder und Modelle von Großsäugern bereichern den Rundgang, das Schriftenangebot erlaubt ein Vertiefen der dargestellten Themenbereiche.

Das Urmensch-Museum befindet sich nahe beim Marktplatz neben dem historischen Rathaus im einstigen Kirchschulhaus, dem jetzigen Hans-Trautwein-Haus; es wurde 1968, initiiert durch Bürgermeister Alfred Ulrich, unter Mitwirkung des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart begründet, 1974 erweitert und 1983 durch Prof Dr. Karl Dietrich Adam, dem die fachliche Betreuung der städtischen Institution seit Anbeginn obliegt, neu gestaltet. Ergänzend wurde 1991 im Bereich der einstigen Fundgrube des Urmenschen-Schädels eine Gedenkstätte geschaffen.

 

Die Exponate

Im Erdgeschoß findet man in zwei Schauräumen ausgewählte Exponate von Säugetier- Funden, die einen Überblick über das reiche fossile Fundgut aus den mittelpleistozänen Schottern im Tal der unteren Murr vermitteln. Mit Belegen jeweils kennzeichnender Faunenglieder wird die Tierwelt der interglazialen, warmzeitlichen Waldelefanten-Sande jener der nachfolgenden glazialen, kaltzeitlichen Steppenelefanten-Kiese gegenübergestellt. In einem Anbau ist das Skelett des Steinheimer Steppenelefanten, des Elephas primigenius fraasi, mit über vier Meter Rückenhöhe zu bestaunen.

Im Obergeschoß wird in einem durch mehrere Bereiche führenden, mit einem Rückblick auf die Forschungsgeschichte einsetzenden Rundgang die Sonderstellung des Steinheimer Urmenschen innerhalb der menschlichen Stammesgeschichte aufgezeigt sowie die aus dem Schädel erschließbare Eigenart des Homo steinheimensis gegenüber dem Homo neanderthalensis und dem Homo sapiens begründet. Der erdgeschichtliche Rahmen des Fundgebietes, die Geologie des Steinheimer Umlandes, wird in einem eigenen Schausaal erläutert und durch Exponate veranschaulicht.

Die Sammlungen

In dem weiten Tal zwischen Steinheim und dem nahen, flußabwärts gelegenen Murr wurden bis über die Mitte des letzten Jahrhunderts hinaus fossilreiche Kiese und Sande abgebaut, die während des Eiszeitalters in Jahrtausenden und Aberjahrtausenden von Murr und Bottwar angefrachtet worden waren. Als ein erster aufsehenerregender Fund konnte im Sommer 1910 das nahezu vollständig überlieferte Skelett eines großwüchsigen Steppenelefanten, einer Elephas primigenius fraasi benannten Vorläuferform des allbekannten Mammuts, geborgen werden, und gleichen Jahres noch kam das Skelett eines Auerochsen oder Ures zutage, dem 1925 ein solches des Steppenwisents folgte. Besonders reich war der Fundanfall dank steter Überwachung der Steinheimer Kiesgruben durch Professor Dr. Fritz Berckhemer von der Württermbergischen Naturaliensammlung zu Stuttgart in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Davon zeugt eine Vielzahl einzigartiger Funde: Schädel sowie Gebiß- und Skelettreste vom Wald- und Steppenelefanten, vom Wald- und Steppennashorn, vom Wald- und Steppenriesenhirsch, vom Wasserbüffel und Auerochsen, vom Waldwisent und Steppenbison sowie manch anderem jagdbaren Wild neben Raubtieren wie Löwe und Säbelzahnkatze.

Sorgfältiges Ermitteln des jeweiligen Fundlagers der beim Abbau der Schotter zutage kommenden tierischen Überreste ließ erkennen, dass den tieferen, großenteils sandigen Schichten eine in das Holstein-Interglazial zu stellende, durch reiche Funde des Waldelefanten gekennzeichnete Fauna zu eigen ist, wohingegen die höheren, meist kiesigen Schichten eine kaltzeitliche, dem beginnenden Riß-Glazial zugehörende Fauna, beherrscht vom Steppenelefanten, beinhalten. Überliefert ist hier ein gleitender Faunenwandel, in dem sich der von einer Warm- zu einer Kaltzeit führende Klimawechsels widerspiegelt - das eine wie das andere dank einer über lange Zeiten hinweg fortdauernden Aufschotterung infolge eines lokalen Absinkens des Untergrundes, einer Einmuldung im Bereich des unteren Murrtales, zu erschließen.

Weltweite Beachtung als Fossilfundstätte fand Steinheim an der Murr aber erst durch den am 24. Juli 1933 von Karl Sigrist in den Waldelefanten-Sanden der väterlichen Kiesgrube entdeckten und anderntags von Oberpräparator Böck sorgsam geborgenen Schädel eines Urmenschen. Dieser steht trotz seines hohen geologischen Alters von zumindest einer Viertelmillion Jahren, soweit beurteilbar, dem heutigen Menschen ungleich näher als dem Neandertaler des Jungpleistozäns. Zu Recht darf er deshalb als eine nach Zeitstellung wie Formgebung gut abgrenzbare, 1936 Homo steinheimensis benannte Art und zugleich als ein wichtiges Glied unter den europäischen Vorzeitmenschen betrachtet werden: dem sogenannten Homo heidelbergensis des älteren Pleistozäns nachfolgend, dem jungpleistozänen Homo sapiens vorangehend. Die stammesgeschichtliche Bedeutung des Fundes aufzuhellen, ist das eine, das andere aber ist das individuelle Schicksal der Steinheimerin zu ergründen, die offensichtlich auf gewaltsame Art bereits in jungen Jahren ums Leben kam. Ihr Kopf wurde abgetrennt, die Schädelbasis aufgebrochen, und dies macht nur Sinn, wenn man nach dem Gehirn trachtet. Damit aber deutet sich ein frühes Auftreten kultischer Anthropophagie an, die einst im Mündungsgebiet der Bottwar in die Murr von Menschen ausgeübt worden war, denen ein Sprechvermögen und die Fähigkeit zu einer artikulierten Sprache zu eigen war.

Weitere Infos: http://www.webmuseen.de/

Kulturpädagogik im Urmensch-Museum

Hinein versetzt in die Zeit der Urmenschen und Steppenelefanten bietet das museumspädagogische Team des Urmensch-Museums Steinheim unter der Leitung von Frau Petra Möhle kindgerechte Führungen und Projekte zu den unterschiedlichen Themen der Ausstellung an. Aktiv und mitgestaltend werden die kleinen Besucher im Grundschulalter durch die Geschichte von Urmensch und Steppenelefant geführt. Einen ganz besonderen Tag können Geburtstagskinder und bis zu 15 Gäste bei einer Steinzeitfeier im Urmensch-Museum erleben.

Weitere Informationen und aktuelle Termine erhalten Sie unter www.stadt-steinheim.de sowie bei Frau Petra Möhle unter Tel. 07144-23056, E-Mail: petra@moehle.info. Wegen Begrenzung der Teilnehmerzahl ist eine Voranmeldung über die Stadtverwaltung Steinheim, Tel. 07144-263113 notwendig.

Termine:

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